Web-Analyse – was darf das kosten?

Web-Analyse - was darf das kosten

©iStockphoto.com/Onur Döngel

Eine kostenlose Web-Analyse Lösung, wie beispielsweise Google Analytics oder auch Yahoo! Web Analyticts, ist mit Sicherheit ein guter Anfang. Für viele private Websites und denen von kleineren Unternehmen kann sie völlig ausreichend sein. Für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens im Internet ist sie aber sicher nicht genug.

Bei der Suche nach einer geeigneten Lösung ist vor allem die Internet-Strategie des Unternehmens entscheidend. Oft gibt es daher Unsicherheiten bezüglich der richtigen Auswahl. Im Herbst 2008 hat Google Analytics mit der Einführung wichtiger neuer Funktionen (individuelle Reports, dynamische Segmente und Event-Tracking) den Anschluss an das Enterprise Segment geschafft. Doch bleibt Google Analytics damit sicher nicht kostenlos. Jeder der Google Analytics einsetzt, bezahlt mit dem Wissen über seine Strategie und den damit erzielten Erfolgen im Internet. Selbst die professionelle Implementierung ist nicht einfach zu realisieren, sonst würde es nicht zahlreiche Seminare oder Fachbücher dazu geben.

Neben Google Analytics hat Yahoo! Im Frühjahr 2008 mit Indextools (jetzt Yahoo! Web Analytics) den Start in das kostenfrei Enterprise Segment gewagt. Bisher noch immer nicht kostenfrei in Deutschland verfügbar, scheint das Produkt doch bereits Ideengeber für die aktuelle Version von Google Analytics zu sein.

Umfassende Integration und Datenqualität heißen die Zauberwörter. An diesem Punkt trennen sich aktuell die kostenfreien von den kostenpflichtigen Lösungen. Neben einem Data Warehouse für die Integration möglicher externer Informationsquellen, ist besonders der automatische Datenfluss für eine ganzheitliche Sicht auf die Nutzerinteraktion von Bedeutung. Über standardisierte Schnittstellen soll ein einfacher Datenaustausch zwischen Web-Analytics und den anderen Systemen (SEO, SEM, digitales Marketing, weitere Unternehmensdaten) via API möglich sein. Andererseits ist für die unterschiedlichen Zielgruppen im Unternehmen die Möglichkeit eines automatischen E-Mail-Service von Bedeutung, der ihnen Zugang ohne zusätzliches Tool-know how und damit die Integration in weitere informationsverarbeitende Services ermöglicht.

Neben der Tool-Auswahl spielt ein weiterer Faktor eine entscheidende Rolle. Wer soll das Tool bedienen und welche Informationen werden für wissensbasierte Entscheidungen benötigt? Dafür ist Methoden know-how und oft langjährige Erfahrung nötig. Denn benötigte Analysen sollen rasch und einfach zu erstellen sein. Sicher können auf Foren (eMetrics Marketing Optimization Summit, eCommerce Conference) oder Messen (dmexco, Internet World Kongress) interessante Ideen gesammelt werden, entscheidend ist aber das anwendungsbereite Wissen und reichlich Erfahrungen rund um das Thema. Manchmal kommt auch der erfahrenste Mitarbeiter nicht auf die zündende Idee, dann hilft nur ein persönliches Netzwerk oder der richtigen Ansprechpartner beim Anbieter bzw. ein erstklassiger Support.
Das Ziel ist der informationsgestützte Prozess der neben der Zusammenführung der unterschiedlichen Datenquellen und einer professionellen Analyse zu einer vollständigen Durchdringung der e-Business Prozesse führt.

Eine kostenlose Webanalyse-Software kann Ihnen helfen, aber spätestens der Bedarf an Web-Analyse-Experten zur Anwendung der Tools und die nötige Entwicklung der internen Prozesse für die optimale Anwendung der gewonnen Erkenntnisse ist dann nicht mehr kostenlos. Zwar werben aktuell viele Anbieter und Berater mit kostenlosen Seminaren und Fortbildungsprogrammen, so sind das doch vor allem Veranstaltungen die Bedürfnisse wecken und zu einer späteren Beauftragung führen sollen.

Nachtrag: im Blog von Dennis R. Mortensen ist es am 12.03.2009 zu lesen, was für Google Analytics und auch Yahoo! Web Analyticts gleichermaßen zutrifft: „I want to insure that we all agree that free web analytics as a concept doesn’t really exist, the currency simply changed from USD to DATA. So you might not get an invoice from Google or Yahoo, but you most certainly pay by sending your data their way.“

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